Die Nächte des Ramadan

Die Nächte des Ramadan

Auf jeden Tag im Monat Ramadan folgt nach Sonnenuntergang das Fastenbrechen. Medial begleitet oder einfach nur gut nachbarschaftlich beteiligen sich immer mehr Nichtmuslime an der gemeinschaftlichen Tradition ihrer islamisch geprägten Mitbürger. Weltweit ist der Ramadan ein willkommener Anlass für kulturelle Veranstaltungen. In Berlin finden Die Nächte des Ramadan bereits zum zehnten Mal statt.  Das Format „hat sich zu einem stadtweiten Ort des Austauschs und der Begegnung entwickelt, das durch Kunst und Kultur Brücken über regionale, kulturelle oder religiöse Grenzen hinaus schlägt.“

Auch wenn die Nächte des Ramadan in Berlin überwiegend bereits vor Sonnenuntergang beginnen, so ermöglichen sie doch Begegnungen zwischen Muslimen und Nichtmuslimen. Beiden Gruppen eröffnen sich Einblicke in die Vielfalt muslimisch geprägter Kulturen und der gemeinsame Austausch darüber. Das Kulturfest endet am 23. Juni mit Veranstaltungen auf dem Strassenfest 48 Stunden Neukölln sowie abschließend mit dem neuentwickelten Format Joined Female Forces.

Programm und Informationen: www.naechtedesramadan.de

 

Konzert mit Naseer Shamma

dem Paganini der Oud

im Roten Rathaus, Foto: Ulrike Askari
im Roten Rathaus, Foto: Ulrike Askari

Am 28.2.2017 hatten Freunde der arabischen Musik die Gelegenheit, den großen Oud-Virtuosen im stimmungsvollen Ambiente des Roten Rathauses live zu erleben.

Sein Solovortrag war geprägt von lautmalerischen Eigenkompositionen, die oft von Natureindrücken inspiriert sind, aber auch von erschütternden Ereignissen (etwa aus dem Irakkrieg). Als Sonderbotschafter für das Non-Violence Projekt aus Skandinavien (2016) und als Sonderbotschafter der UNESCO (2017) für den Erhalt des kulturellen Erbes und die Förderung von Bildung engagiert sich Shamma gegen Gewalt. Für ihn ist die Musik die Brücke zwischen den Kulturen, worauf auch alle Laudatoren hinwiesen.

Shammas Oudspiel zeichnet sich besonders aus durch den Klang seines Instruments aus, das er um zwei Saiten erweitert hat. Er spielt also mit acht Saiten statt mit üblicherweise sechs. So erweitert er den Tonumfang des Instruments und gibt ihm auch eine ganz spezifische Tonalität. Auf diese Weise erinnern die Klänge seiner Oud bald an eine Flamencogitarre, eine griechische Buzuki oder ein Banjo. Aber Naseer Shamma spielt nicht nur auf den Saiten sondern mit dem ganzen Instrument. So wird es auch zum Percussioninstrument, teilweise spielt er auch einhändig. Seine rasanten Läufe und Verzierungen die atemberaubend sind, gerieten leider – wegen viel zu viel Hall – manchmal eher zu einem Klangteppich.

Wer mag, kann sich das Programm am 28. April im Pierre Boulez Saal in Berlin nocheinmal anhören.

Jordanien: Widad Kawar

Jordanien: Widad Kawar

Seit 50 Jahren sammelt die aus Palästina stammende, vielfach mit internationalen Preisen ausgezeichnete Widad Kawar Kleider, Schmuck und Accessoires aus Palästina, Jordanien und Syrien. Sie ist mit einem Jordanier verheiratet, die Familie wohnt seit Jahrzehnten in Amman. Im Jahr 2015 hat sie ihr eigenes Museum eröffnet. Mehr lesen

Marokko: Bahija Abdouelali

Marokko: Bahija Abdouelali

Zu Füßen der Hassan II Moschee erstreckt sich die Medina von Casablanca – ein landwärts von einer Mauer mit Toren und seewärts von einem kleinen portugiesischen Fort (heute Restaurant) umschlossenes Gewirr von Gassen. Kleine Läden fügen sich harmonisch in die von Moscheen überragten Wohnhäuser, die mit ihrer rund 150 Jahre alten portugiesisch-maurischen Architektur ein Gesamtkunstwerk in weiß bilden. Mehr lesen

Jordanien: Nawal Abdullah

Jordanien: Nawal Abdullah
Nawal Abdullah, Foto: © Nawad Art Gallery
Nawal Abdullah, Foto: © Nawad Art Gallery

„Wenn ich mich künstlerisch betätige, dann fühle ich mich so, als ob ich mich auf eine Reise begebe,“ so Nawal Abdullah bei einem Gespräch in der Nabad Art Gallery in Amman, in der sie im Mai/Juni 2016 eine Solausstellung unter dem Titel „Art for Hope“ hat. Mehr lesen

Musik der Haratin in Mauretanien

Musik der Haratin in Mauretanien

Eine Feldforschung von Dr. Edda Brandes (Musikethnologin) und Petra Buda (Kamera)

Gruppe Tidjania, Kesseltrommel, Chinguetti, Foto: © Edda Brandes
Gruppe Tidjania, Kesseltrommel, Chinguetti, Foto: © Edda Brandes

Im April 2015 brachen wir für zwei Wochen zu einer Feldforschung nach Mauretanien auf. Angenehme Temperaturen empfingen uns in der Hauptstadt Nouakchott: warme Luft und eine Brise vom Meer. Unsere beiden mauretanischen Assistenten Sidi und Abdou hatten schon Vieles vorbereitet: Die ersten Aufnahmetermine standen fest, Musiker und Musikerinnen im fernen Chinguetti waren kontaktiert. Mehr lesen

Jalid Sehouli – Die Geschichte einer erfolgreichen Integration

Jalid Sehouli – Die Geschichte einer erfolgreichen Integration

Jalid Sehouli kam als Flüchtlingskind in den Wedding. Heute ist er Krebsspezialist.

Man könnte sagen, dass Jalid Sehouli nie aus dem Wedding herausgekommen ist, und dieser Satz wäre wahr und doch auch ganz falsch. Der Name in Kombination mit dem Stadtteil, in dem einer sein Leben lang verharrt hat – da ist man schnell dabei, sich im Kopf eine Migrantenbiografie zurechtzuzimmern, in der nicht viel erreicht worden ist. Mehr lesen