Das Gold Marokkos – Die heilende Kraft des Arganöls

Nur im Südwesten Marokkos, wo die Ebene von Agadir auf das Atlasgebirge trifft, ist der Arganbaum heimisch, aus dessen Früchten ein einzigartiges und in jeder Hinsicht wertvolles Öl gewonnen wird. Gute Gründe für die UNESCO, das Biosphären-Reservat „Arganeraie“ zum Weltkulturerbe zu erklären. Die „Argania spinosa“ (lat.) ist für das Gebiet unentbehrlich geworden. Ihre Wurzeln reichen bis zu 30 Meter tief in die Erde und bewahren den trockenen Boden vor der sich ausbreitenden Sahara. Der Baum spendet Schatten, liefert Brennholz und Baumaterial.

Die Berberfamilien der Arganeraie und die traditionelle marokkanische Medizin verwenden das original handgepresste Arganöl schon seit Jahrhunderten als Lebensmittel, zur Haut- und Haarpflege und als Heilmittel.

Die Ölherstellung ist Frauensache

und wird seit Jahrhunderten an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. Die gesammelten Früchte werden nach dem Trocknen mit einem Stein vorsichtig aufgeschlagen. Danach werden die darin befindlichen kleinen Mandeln leicht geröstet und anschließend von Hand mit einer Steinmühle zermahlen. Die Mandelcreme wird danach mit den Händen schonend geknetet, bis das Öl aus der Masse heraustropft.

Für einen Liter Arganöl braucht man 30-40 Kilo Arganfrüchte oder die Ernte von sechs bis acht Bäumen. Bedenkt man, dass die Arbeit eines Tages nur durchschnittlich zwölf Flaschen pro Produzentin ergibt, wird verständlich, warum Arganöl so wertvoll ist.

Um diese traditionelle Herstellung trotz wachsender Nachfrage zu erhalten, bietet das Argand’Or Projekt eine faire und nachhaltige Partnerschaft mit den Frauenkooperativen der UCFA (Union des Coopératives des Femmes de l’Arganeraie). So erhalten die Landfrauen den höchsten Anteil am Wertschöpfungsprozess. Heute befinden sich 23 Kooperativen unter dem Dach der UCFA. Rund 1300 Frauen ernähren mit ihrer Arbeit etwa 6000 Personen in der Arganeraie und immer mehr Familien schließen sich der Partnerschaft an. Aus dem Verkauf werden u.a. wiederum Aufforstungsprogramme finanziert, um den Erhalt der Arganbaumbestände zu sichern.

Aber natürlich macht nicht nur die Herstellung das handgepresste Arganöl so einzigartig. Es ist die besondere Zusammensetzung der Inhaltsstoffe, die Wissenschaftler weltweit dazu animiert hat, dem Wirkungsspektrum dieses „Wunderöls“ auf den Grund zu gehen. Umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen und Studien bringen immer mehr Erkenntnisse darüber, welches „Geheimnis“ dieses wunderbare Öl in sich birgt.

Die besonderen Eigenschaften des Arganöls

Arganöl besitzt eine einzigartige Kombination pflanzlicher Sterole, die derzeit als Wirkstoff gegen Krebs im Blickpunkt von Forschungen stehen. Der Grund dafür: Brustkrebs und Prostatakrebs kommen bei den in der Arganeraie lebenden Berbern kaum vor. Weitere Studien erforschen die Wirksamkeit von Arganöl bei rheumatischen Erkrankungen, bei Herzleiden und Hautproblemen. So haben auch Dermatologen und Kosmetiklabors Argan-Hautöl als Hoffnungsträger entdeckt: Vor allem bei Hauterkrankungen ist die äußerliche Anwendung eine wohltuende und lindernde Alternative. Bei Neurodermitis, Schuppenflechte und Ekzemen geht der Juckreiz zurück, Entzündungen und Verbrennungen heilen schneller.

Durch seine chemische Zusammensetzung wird Arganöl besonders gut von der Haut aufgenommen. Beim Kauf sollte aber unbedingt darauf geachtet werden, dass das Hautöl nicht desodoriert ist. Durch diese Behandlung mit heißem Wasserdampf werden bei verunreinigten Ölen unangenehme Gerüche entfernt, zum Nachteil der Wirksamkeit. Denn der heiße Dampf entfernt auch die wertvollen Inhaltsstoffe, z. B. den natürlichen hohen Anteil an Vitamin E. Ebenso sollte beim Kauf auf dunkles oder lichtundurchlässiges Weißglas geachtet werden.

Arganöl steht aber vor allem für gesunden Genuss. In der orientalischen Küche wird das aromatisch nussige Arganöl traditionell bei der Zubereitung von Couscous, Taboulé und Tajine verwendet. Dadurch erhalten diese Speisen ein fein-nussiges Aroma und die besondere orientalische Note. Bei den Berberfamilien in Marokko wird traditionell zum Frühstück frisches Fladenbrot in eine Mischung aus Honig und einer feinen Mandelcreme mit Arganöl gedippt.

Aber Arganöl hat mittlerweile auch seinen festen Platz in den europäischen Küchen. Ein Teelöffel zum Salatdressing oder in die Tomatensoße zu Spaghetti geträufelt, über gegrillen oder gebratenen Fisch oder gedünstetes Gemüse verleiht dem Essen einen wunderbaren orientalischen Touch.

Tipps und Infos:

Original handgepresstes Arganöl zu beziehen bei der Frauenkooperativen der UCFA: www.argandor.de
Buch: „Argan-Öl“, Dr. Schleicher, Südwestverlag
Buch: Arganöl – Das Kochbuch, Stefan Wiertz, Südwestverlag

Rezept

Möhrensalat mit Orangenfilets

500g Möhren, 3 Orangen, 1 TL Honig, 4 TL Arganöl, 1-2 TL Essig (hell), Salz und Pfeffer aus der Mühle, gemahlener Koriander, frischer Koriander (alternativ: glatte Petersilie)

Möhren schälen und raspeln. 2 Orangen filetieren und 1 Orange auspressen. Orangensaft mit Honig, Arganöl und Essig verrühren und mit Salz, Pfeffer und gemahlenem Koriander würzen. Möhrenraspel mit Orangenfilets und Dressing vorsichtig vermengen, kühl stellen und durchziehen lassen. Vor dem Anrichten frischen Koriander oder Petersilie über den Salat streuen.

Autor

Rudolf Bresink

7 Gedanken zu „Das Gold Marokkos – Die heilende Kraft des Arganöls

  • 1. Mai 2014 um 1:45 am
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    Big liars; you are exploiting the cooperatives and your partenership with UCFA has been ended more than a year.

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  • 1. Mai 2014 um 10:10 am
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    Hi Oliver,
    where did you get your information from? It would be nice, if you would share it with us!

    Antworten
  • 19. Juni 2014 um 2:58 pm
    Permalink

    Hallo, liebe Ulrike,
    vielen Dank für den schönen Bericht. Ich wusste bisher z.B. nicht, dass man Arganöl auch zum Essen nimmt. Aber wieso eigentlich nicht, fragte ich mich jetzt selbst 🙂
    Das Rezept am Ende ist sehr interessant, werde ich mal ausprobieren.

    Hast du vielleicht ein einfaches Rezept für Rote Linsen?

    Vielen Dank und Gruß Djuna

    Antworten
  • 23. Juni 2014 um 11:01 am
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    Liebe Djuna Warda,
    Mohamed kocht unsere roten Linsen immer folgendermaßen:
    in einen großen Topf mit Wasser, ein oder zwei dicke geschälte Zwiebeln geben, Linsen dazu, kochen, bis sie zerfallen, dann durch ein Sieb geben, damit die Masse schön sämig wird, würzen mit gebratenem Knoblauch, Salz, Pfeffer, gemahlenem Koriander und beim Servieren mit ein paar Tropfen Olivenöl und Kamoun verzieren. Wer mag, kann sie noch scharf machen.
    Na dann, guten Appetit!

    Antworten
  • 23. Juni 2014 um 11:04 am
    Permalink

    Schade übrigens, dass Oliver sich nicht wieder gemeldet hat. Dafür habe ich von Rudolf Bresnik folgendes zu dem Kommentar von Oliver erfahren:

    Wir wissen nicht woher Herr Kerner diese Information hat und warum er diese falsche Behauptung aufstellt.

    Fakt ist: Argand’Or kooperiert noch immer mit der UCFA wie Sie auch auf der Website der UCFA sehen können. Hier ist Argand’Or SARL (Marokko) als Partner genannt: cooperative-argane.com/nos-partenaires
    Argand’Or hat auch nicht die Absicht, diese erfolgreiche und beispielhafte Kooperation zu beenden. Im Gegenteil – Argand’Or spricht seit einigen Wochen mit der UCFA über die Ausgestaltung der zukünftige Zusammenarbeit. Es gab in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit der Qualität des Arganöls von einigen Kooperativen. Wir versuchen derzeit gemeinsam mit der UCFA das Problem zu lösen.

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  • 16. August 2014 um 7:38 pm
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    OOOH! Big liars, sure your contartc with UCFA has been cancelled; I get this information from a French newspaper and confirmed with the responsible of UCFA.
    Stop lying please and expoilting the coopératives and let UCFA far from your nasty business
    All written French and Germany medias will deal soon with your dirty business.

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  • 17. August 2014 um 6:58 pm
    Permalink

    The real reason behind the cancelation of the contract between UCFA and ARGANDOR GmbH is not the quality of their products of some of their cooperatives as ARGANDOR claimed but it’s the total refuse of UCFA to continue being expoiletd by ARGANDOR that applies unfair prices.
    I myself import their oil to France and I confirme its high quality responding to the international norms according to the report analysis I myself do within each order I get from UCFA.

    Just write or contact UCFA at : ucfa@menara.ma; and you will get the complete truth from them and just get a look on their siteweb http://www.ucfa.ma ; you’ll find UCFA has dropped ARGANDOR from their partners;

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