Kairo open air

Bei fast 40° Grad im Schatten mag man in Kairo nicht mehr wirklich im Straßencafé sitzen, denn meistens sind sie verhältnismäßig ungeschützt. Um aber nicht in den klimatisierten Malls herumlaufen zu müssen, wo man fast schon wieder anfängt zu frieren, bleiben nicht viele Alternativen:

Zitadelle

Auf der Zitadelle weht immer ein wenig Wind, denn sie liegt an Kairos höchstem Punkt. Allerdings kann man sich dort nicht auf Dauer aufhalten, denn wenn man die Anlage und die Moschee besichtigt hat, kann man höchstens noch ein paar Fotos an der Mauer zur Stadt machen und sich auf eine der Bänke setzen, aber dann wird es langweilig. Ein Café oder Restaurant gibt es hier oben leider nicht.

Al-Azhar Park

In direkter Nachbarschaft zur Zitadelle liegt der 2005 eröffnete Al-Azhar Park, genannt nach der ältesten Moschee Kairos, die an seinem unteren Ende liegt. Der Park ist eine riesige Anlage von ca. 30 ha, die von der Aga Khan Stiftung finanziert wurde.

ayyubidische Stadtmauer, Foto: Ulrike Askari
ayyubidische Stadtmauer, Foto: Ulrike Askari

Sie umfasst einen kleinen See, Restaurants, einen Kinderspielplatz, ein Amphitheater und vieles andere, was der Spaziergänger entdecken kann. Die Anlage ist sehr gepflegt. Unter den vielen schattenspendenden Bäumen darf gepicknickt, aber nicht gegrillt werden. Eine der Begrenzungen bilden antike Mauerreste. Die 1,5 km lange und 15 m hohe Mauer wurde bei den Erdarbeiten unter einem Berg von Schutt, Müll und Sand entdeckt. Es handelt sich um Reste der ayyubidischen Stadtmauer aus dem 12. Jahrhundert. Das angrenzende Kairoer Stadtviertel Darb al-Ahmar, eines der ärmsten der Stadt, beherbergt dennoch zahlreiche Baudenkmäler aus der mamelukischen und ottomanischen Epoche. Um ein Abwandern der Bevölkerung zu verhindern, wurden die dort ansässigen Handwerker in die Arbeiten für den Park mit einbezogen und Kurse in zur Fortbildung im Computerkenntnissen, KFZ-Mechanik, Büroarbeit usw. angeboten.

Zuschauer einer folkloristischen Darbietung im Al-Azhar Park, Foto: Ulrike Askari
Besucher im Al-Azhar Park, Foto: Ulrike Askari

Diverse Veranstaltungen im Park (vom Jazzfestival über Folkloredarbietungen) machen ihn auch für Touristen attraktiv.

Heute wird der Park jährlich von etwa 2 Millionen Menschen besucht, obwohl der Eintritt für Ägypter (10 Pfund) relativ teuer ist.1

Autor

Ulrike Askari

Infos

Aga Khan Trust for Culture

Die offizielle Webseite des Parks lässt sich leider nicht lesen, da ihre Zeichenkodierung nicht klar ist.

 

1 gemessen an einem Lehrergehalt von derzeit ca. 300 – 400 Pfund monatlich

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