Djibouti: Rifki Abdoulkader Bamakhrama

Rifki Abdoulkader Bamakhrama ist der einzige professionelle Künstler in seinem Land, hatte internationale Ausstellungen und genießt höchstes Ansehen – nicht nur als Künstler, sondern auch als ehemaliger Minister.

Empfang im Kunstatelier

Im geräumigen Kunstatelier seines Privathauses heißt der Künstler seine kunstinteressierten Gäste willkommen. Bei Saft aus frischen Früchten dürfen die vielen Gemälde an den Wänden studiert werden, während Rifki über seine Familie erzählt: „Die Familie Bamakhrama stammt ursprünglich aus Hadramaut, Jemen, genauer gesagt, aus Ghayl Bawasir, etwa 60 km nördlich von Mukalla. Im Jahr1890 kamen meine beiden Großväter – Händler und Imam – nach Djibouti. Der eine kam mit Familie, der andere heiratete eine Frau aus Djibouti. Mein Vater und meine Mutter wurden in Djibouti geboren, mein Vater war Oud-Spieler und einer der besten Sänger traditioneller Lieder, meine Mutter Lehrerin für traditionelle Stickerei.“ Rifki Bamakhrama wurde 1954 in einem heute noch existierenden Steinhaus im Zentrum der Stadt geboren und entdeckte schon als Junge seine Vorliebe für die Malerei.

Innovativ und ideenreich

Durch sein Studium der Fächer Soziologie, Theater und Kunsthandwerk in Nantes von 1974 bis 1978 brachte er gute Voraussetzungen mit, denn von 1995 bis 2011 war er nacheinander Minister für Handel, Tourismus, Industrie, Jugend, Sport, Telekommunikation und Kultur. Man sagt, dass er in diesen Ministerien äußerst innovativ gewirkt habe. Als Kulturminister war er fünf Jahre tätig. Er erließ ein Gesetz, das Abriss und Veränderung der traditionellen Gebäude in Djibouti Stadt verbietet, führte erstmals ein jährliches Theaterfestival, ein internationales Musikfestival und im Jahr 2005 ein Kunstinstitut ein, das sich mit der Entwicklung eines Kunstcurriculums befasste. „An der Universität Djibouti gibt es leider bisher keine Kunstfakultät. Da wir in Djibouti keine Künstler haben, werden Werke internationaler Künstler ausgestellt, z. B. von Malern aus Khartoum (Republik Sudan) Tunesien und Japan.“

Vom realistischen Portrait zu abstrakten Symbolen

Nach seinen Anfängen in der Malerei gefragt, erzählt er: „Ich habe mit dem Malen von Portraits begonnen, meine Eltern haben mich stets zum Malen ermutigt. Später brachte mich die Welt des Theaters zum Malen von Masken und Kostümen. Seit 1994 male ich mit Ölfarben, vorher gab es nur Acryl und Aquarell. Auch während der Ausübung meiner Ministerämter habe ich in meiner Freizeit stets gemalt. Seit dem Ende meiner politischen Arbeit widme ich mich vollständig der abstrakten Malerei. Im Dezember 2011 fand meine erste Soloausstellung im Hotel Palace Kempinski in Djibouti statt. Meine Ziele waren zu zeigen, dass man als Politiker auch in der Kunst tätig werden kann – in Afrika werden viele Künstler Politiker – und außerdem: Künstler muss als Beruf anerkannt werden. Zwei Stunden nach der Eröffnung waren alle Gemälde verkauft. Der Bedarf an Kunst ist in Djibouti sehr groß. Die Gesellschaft hat sich von Nomaden zu Geschäftsleuten entwickelt, die durch die Welt reisen und ihr Geld in Kunst anlegen wollen.“ Man erkennt sein Werk sofort, obwohl Motive und Malstil äußerst vielfältig sind – da gibt es kleine, abstrakte „Figuren“ in wohl komponierten, geometrischen Farbflächen, traditionelle Gegenstände vor abstraktem Hintergrund, menschliche Figuren geformt aus Symbolbändern und immer neue, überraschende, harmonische Farbkombinationen. – Abschiedsgeschenk ist sein erstes Buch „Palette of Colours“ – mit Widmung. Das zweite Buch „Rifki crée ses espaces“ ist in Arbeit und soll noch im Jahr 2014 erscheinen. „Ich möchte das kulturelle Erbe Djiboutis bereichern und Nachwuchskünstler ermutigen,“ so Rifki zu seinen Zielen. www.rifki-aab.com

Text und Fotos: Barbara Schumacher

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