Ahlam Babiliyya – Babylonian Dreams, CD-Vorstellung

von Saif Al-Khayat, Oud und Nora Thiele, Rahmentrommeln

„Willst du die Kultur eines Landes kennenlernen, so höre ihre Musik.“ Dieses Zitat von Konfuzius findet sich mitten im Text des Booklets zu der CD von Saif Al-Khayyat und Nora Thiele „Babylonian Dreams – Ahlam Babiliyya“. Mit dieser CD kann sich der „ungeübte“ Hörer sehr leicht der arabischen klassischen Musik nähern und für „Fortgeschrittene“ ist sie ein Hochgenuss an feinen Maqamat und außergewöhnlichen, weil selten gespielten Rhythmen. Sie sollte bei keinem europäischen Oud-Spieler im Regal fehlen!

Die vor fast genau einem Jahr eingespielte CD ist in allen ihren Aspekten eine sehr feinsinnige Produktion. Das beginnt mit der zarten arabischen Kalligrafie auf dem Cover, setzt sich fort über die feine Schrifttype, in der das ganze Booklet gesetzt ist, über die einzelnen Texte, die nicht zuviel Information über den Leser, der ja hauptsächlich Hörer sein soll, ausschütten. – Ich hätte mir allerdings ein wenig mehr Hintergrundinformation über die einzelnen Stücke gewünscht. – Doch tritt all die sprachliche Information in den Hintergrund, wenn man diese sensibel eingespielte Musik hört. Die Stücke sind alle recht ruhig, obwohl einzelne Rhythmen durchaus einen treibenden Charakter haben z. B. im vorletzten Stück „Sulaf“. Saif Al-Khayyat und Nora Thiele harmonieren sehr gut miteinander, verbinden Orient (irakische Maqam-Musik auf der Oud, der Königin der arabischen Musikinstrumente) mit Okzident (sehr einfühlsam gespielte klassisch-arabische Rhythmen auf verschiedenen (Rahmen)Trommeln mit einer ganz eigenen, unverwechselbaren Note von Mittelalter über diverse andere außer- und innereuropäische Musikrichtungen). Wunderschön auch zu hören, dass es da Musiker gibt, die Meister der leisen Töne sind und nicht durchgehend ein und dieselbe Lautstärke spielen. An der Spielweise der Oud hört man immer wieder Saifs Leidenschaft heraus, arabische Musik mit Jazz zu verbinden. In den Melodien klingen bisweilen die großen Vorbilder wie Mounir Bashir oder auch Anwar Brahem an, aber auch die ganz und gar eigenen Kompositionen gehen dem Hörer schnell ins Ohr und lassen babylonische Träume vor seinem inneren Auge erstehen.

Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Konzert der beiden Musiker!

Internet:

www.norathiele.de

http://oudmusic.de

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