Deutschlandfunk erklärt den Koran

Koran erklärt

ist der Titel einer neuen Sendereihe im Deutschlandfunk. Jeden Freitag wird um 9:55 Uhr ein Koranvers auf deutsch vorgetragen und islamwissenschaftlich erläutert. Erklärtes Ziel ist es, den geschichtlichen Hintergrund und die Zeit hervorzuheben, in den die Entstehung des Koran gebettet ist. „Die Wenigsten haben je eine Zeile im Koran gelesen“, sagt der Intendant des Deutschlandradios. Es gehe um eine differenzierte Betrachtung sowie um eine sachgemäße Auseinandersetzung mit dem Koran. Den Koran könne man nur verstehen, indem man ihn in seinen historisch-exegetischen Zusammenhang stelle.

Der erste Beitrag der Reihe thematisiert Sure 4, Vers 163:

Siehe, Wir haben Dir Offenbarung gegeben, wie wir Noah Offenbarung gaben und den Propheten nach ihm, und Offenbarung gaben Abraham und Ismael und Isaak und Jakob, und den Stämmen und Jesus und Hiob und Jonas und Aaron und Salomo; und Wir gaben David den Psalter.

Prof. Dr. Ömer Özsoy und Prof. Dr. Abdullah Takim vom Institut für Studien und Kultur des Islam an der Goethe-Universität Frankfurt erläutern die Sure. Der Koran positioniere sich als das „letzte Glied göttlicher Offenbarungen“ bei gleichzeitiger Aktualisierung aller vorhergehenden Schriften. Juden und Christen seien von den Muslimen zu mekkanischen Zeiten noch als Anhänger des selben Glaubens angesehen worden, verbunden mit der Annahme, dass die Erneuerung von beiden positiv aufgenommen werde. Nach dem Auszug aus Mekka sei die muslimische Gemeinde in Medina zu einer eigenen geworden, da die „Leute der Schrift“, Juden und Christen, die Neuerungen ablehnten.

Um welche Neuerungen es sich dabei handle, lasse sich nur mit einer „religions-historischen Einbettung der Konflikte zwischen den Schriften sinnvoll beantworten“, wofür die Berliner Koranforscherin Prof. Dr. Angelika Neuwirth plädiert. Der Koran, fährt der Sprecher des Beitrags fort, wurde in einer bestimmen Zeit, an einem bestimmten Ort offenbart. Der Koran führe sich, „wie alle früheren Offenbarungsschriften auf eine himmlische Urschrift zurück“ und verstehe sich als „die arabische Entfaltung der Urschrift“.

Siehe, Wir machten es nun zu einem arabischen Koran. Auf dass ihr vielleicht begreift.  Sure 43, Vers 2 

Deutschlandfunk

Koranübersetzungen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.