Buchbesprechung: Jalid Sehouli – Tanger

Jalid Sehouli: Und von Tanger fahren die Boote nach irgendwo
Jalid Sehouli: Und von Tanger fahren die Boote nach irgendwo

Vier Jahre hat sich Jalid Sehouli mit seinem zweiten Buch „Und von Tanger fahren die Boote nach irgendwo“ Zeit gelassen. Und es ist merklich ruhiger, nicht so getrieben wie „Marrakesch“, der Autor hat sich – und dem Leser – mehr Zeit gelassen.

Sehouli nimmt den Leser abermals mit zu verschieden Begegnungen: Mit der Stadt Tanger, wobei er in fast schon gewohnter Weise seine innersten Gedanken und Gefühle offen legt; er lässt ihn teilhaben am Tod seiner Mutter, am Schmerz, am Loslassen, an der Gemeinschaft unter den Geschwistern, sowie an einem tätlichen Überfall auf ihn in seinen Praxisräumen in der Charité; an seinen immer wieder sich im Kreise drehenden Fragen: Warum? Das Wer ist eher unwesentlich. Ein Mensch wie Sehouli traut eine solche Tat niemandem zu.

Wenn man Jalid Sehouli je live erlebt hat, ist man gefesselt von seiner charismatischen Perslönlichkeit. Er ist die Menschlichkeit und Freundlichkeit in Person und seine Gedanken in seinen Büchern laden nicht nur ein, Tanger (oder Marrakesch) zu besuchen, sondern es ihm auch menschlich nachzutun.

Mit seinem ausgesprochen starken Sinn für Gerechtigkeit, die weder schön redet noch verurteilt, ist er ein idealer Botschafter der Stadt Tanger. Oder hat es zumindest verdient, eienr zu sein: etwa als Ehrenbürger der Stadt, bei so viel überschäumender Liebe, die er mit großer Leidenschaft mit Hörern wie Lesern teilt.

„Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.“ (arabische Weisheit)

In diesem Sinne – gehen Sie öfter mal in den Garten.

Jalid Sehouli: Und von Tanger fahren die Boote nach irgendwo, edition q im be.bra verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-86124-700-5, 22 Euro

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