Jordanien: Nawal Abdullah

Nawal Abdullah, Foto: © Nawad Art Gallery
Nawal Abdullah, Foto: © Nawad Art Gallery

„Wenn ich mich künstlerisch betätige, dann fühle ich mich so, als ob ich mich auf eine Reise begebe,“ so Nawal Abdullah bei einem Gespräch in der Nabad Art Gallery in Amman, in der sie im Mai/Juni 2016 eine Solausstellung unter dem Titel „Art for Hope“ hat.

Flucht aus dem Schrecken des Alltags

„Ich will beim Malen den ‚Ernst des Lebens‘ bewusst ignorieren und mich auf Entdeckungsreise begeben, wobei ich auf ein erfolgreiches Resultat vertraue. Die heutige Zeit hat so viele dunkle Gesichter, dass ich es vorziehe, in Licht und Glanz zu schwelgen – das mag man durchaus als eine Flucht vor der Gegenwart mit all ihren Schrecken, die uns so nah sind, begreifen – gut so! Meine Werke stehen für sich und sie ruhen in sich selbst. Auch wenn man das als frivol bezeichnen will, dann ist es eben frivol; für mich bedeuten meine Arbeiten Fortschritt und die Gewissheit, dass ich etwas geschehen lasse, was gewesen ist, was gerade passiert und was in Zukunft geschehen kann. Mich interessiert einfach der Augenblick, der Freude bereitet, eine Freude, die ich geradezu zelebriere und für die ich mich nicht entschuldige.“

Internationale Ausstellungen

Wer die Ausstellung besucht, kann das nachvollziehen und ist beeindruckt von der Vielfalt der Motive und Stilrichtungen beim Thema „Frauen“. Auf die Frage nach ihrem künstlerischen Werdegang erklärt Nawal: „Ich bin Jahrgang 1951, wurde in Amman geboren und habe mich schon in frühen Jahren für Malerei interessiert. Ich bin sehr glücklich und dankbar dafür, dass meine Eltern es mir ermöglicht haben, in Italien Kunst zu studieren. Ich habe meinen akademischen Abschluss an der Kunstakademie in Florenz gemacht. Danach hatte ich viele Einzel- und Gruppenausstellungen in Amman und nahm an verschiedenen Gruppenausstellungen in der arabischen Welt, in Europa und Kanada teil. Die Erfahrungen vor allem bei den internationalen Ausstellungen waren sehr positiv und ich möchte sie nicht missen. Ich lebe und arbeite derzeit in Amman.“

Eröffnung von Prinzessin Wijdan

Prinzessin Wijdan, Foto: © Nawad Art Gallery
Prinzessin Wijdan, Foto: © Nawad Art Gallery

Die Nabad Art Gallery gehört zu den besten und aktivsten Kunstgalerien in Amman, deren Direktorin Nadia Zacharia unermüdlich sehenswerte Ausstellungen zusammenstellt und dabei stets Werke arabischer Künstler, vor allem aber Werke jordanischer Künstler präsentiert. Dies ist auch für die Künstler interessant, denn die Vernissagen im attraktiven Ambiente einer großen Villa in der Nähe der vielbesuchten Rainbow Street (Straße mit vielen Restaurants, eleganten Geschäften, Kunsthandwerkszentren und dem Geburtshaus von König Hussein) mit grandiosem Ausblick auf die Zidadelle und einen Teil des Häusermeeres von Amman gehören zu den bedeutenden gesellschaftlichen Ereignissen der jordanischen Hauptstadt und selten fehlt ein Mitglied der königlichen Familie.

„Es war eine große Ehre für mich, dass Prinzessin Wijdan sich die Zeit genommen hat, die Ausstellung offiziell zu eröffnen. Bei der Vernissage hat es mich sehr berührt, wie interessiert und aufgeschlossen meine Werke vom zahlreich erschienen Publikum aufgenommen wurden. Ich habe viel Zuspruch für meine Kunst erhalten und bin dankbar, dass ich in der Nabad Art Gallery ausstellen kann,“ so die Künstlerin. Lob von Prinzessin Wijdan freut da besonders, denn sie hat Kunstgeschichte studiert, gilt als ausgezeichnete Kennerin der internationalen Kunstszene und ist selber als Künstlerin tätig. Ihre Werke sind in der Dauerausstellung der Jordan National Gallery of Fine Arts in Amman zu sehen, deren Präsidentin sie seit der Gründung ist.

Text:

Barbara Schumacher

Fotos:

Barbara Schumacher (Gemälde) und Nabad Art Gallery (Vernissage)

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