Konzert mit Naseer Shamma

dem Paganini der Oud

im Roten Rathaus, Foto: Ulrike Askari
im Roten Rathaus, Foto: Ulrike Askari

Am 28.2.2017 hatten Freunde der arabischen Musik die Gelegenheit, den großen Oud-Virtuosen im stimmungsvollen Ambiente des Roten Rathauses live zu erleben.

Sein Solovortrag war geprägt von lautmalerischen Eigenkompositionen, die oft von Natureindrücken inspiriert sind, aber auch von erschütternden Ereignissen (etwa aus dem Irakkrieg). Als Sonderbotschafter für das Non-Violence Projekt aus Skandinavien (2016) und als Sonderbotschafter der UNESCO (2017) für den Erhalt des kulturellen Erbes und die Förderung von Bildung engagiert sich Shamma gegen Gewalt. Für ihn ist die Musik die Brücke zwischen den Kulturen, worauf auch alle Laudatoren hinwiesen.

Shammas Oudspiel zeichnet sich besonders aus durch den Klang seines Instruments aus, das er um zwei Saiten erweitert hat. Er spielt also mit acht Saiten statt mit üblicherweise sechs. So erweitert er den Tonumfang des Instruments und gibt ihm auch eine ganz spezifische Tonalität. Auf diese Weise erinnern die Klänge seiner Oud bald an eine Flamencogitarre, eine griechische Buzuki oder ein Banjo. Aber Naseer Shamma spielt nicht nur auf den Saiten sondern mit dem ganzen Instrument. So wird es auch zum Percussioninstrument, teilweise spielt er auch einhändig. Seine rasanten Läufe und Verzierungen die atemberaubend sind, gerieten leider – wegen viel zu viel Hall – manchmal eher zu einem Klangteppich.

Wer mag, kann sich das Programm am 28. April im Pierre Boulez Saal in Berlin nocheinmal anhören.

Jordanien: Widad Kawar

Jordanien: Widad Kawar

Seit 50 Jahren sammelt die aus Palästina stammende, vielfach mit internationalen Preisen ausgezeichnete Widad Kawar Kleider, Schmuck und Accessoires aus Palästina, Jordanien und Syrien. Sie ist mit einem Jordanier verheiratet, die Familie wohnt seit Jahrzehnten in Amman. Im Jahr 2015 hat sie ihr eigenes Museum eröffnet. Mehr lesen

Ausstellungseröffnung – Marokkos Wälder entdecken

Ausstellungseröffnung – Marokkos Wälder entdecken
Eröffnung der Ausstellung zur Dedesertifikation in Marokko, Foto: Ulrike Askari
Eröffnung der Ausstellung zur Dedesertifikation in Marokko, Foto: Ulrike Askari

Die grünen Schätze Marokkos: Wälder

Wer glaubt, dass das nordwestlichste Land auf dem afrikanischen Kontinent hauptsächlich aus Wüste besteht, wird durch die Ausstellung „Die Schätze der Wälder Marokkos“ im Orientalischen Garten in den Gärten der Welt (Berlin-Marzahn) eines Besseren belehrt. Immerhin insgesamt 9 Millionen ha (8% der Bodenbedeckung) Wald mit einer großen sozioökonomischen Diversität hat Marokko zu bieten. Mehr lesen

Arabische Erzählkunst – Ein Gespräch mit Salim Alafenisch

Arabische Erzählkunst – Ein Gespräch mit Salim Alafenisch

Der Schriftsteller und Erzähler Salim Alafenisch wurde 1948 als Sohn eines Beduinenscheichs in der Negev-Wüste geboren. Als Kind hütete er die Kamele seines Vaters, mit vierzehn Jahren lernte er lesen und schreiben. Nach seinem Abitur 1971 in Nazareth folgte ein einjähriger Aufenthalt am Princeton College in London. 1973 ging er nach Heidelberg, wo er Ethnologie, Soziologie und Psychologie an der Universität Heidelberg studierte. Mehr lesen

Zum Tod von Fatima Mernissi

Zum Tod von Fatima Mernissi

Am 30. November 2015 verstarb die marokkanische Soziologieprofessorin und Schriftstellerin Fatima Mernissi im Alter von 75 Jahren in Rabat.

Mir begegnete die streitbare Feministin in den 1980er Jahren durch Recherchen für eine Studie zum Thema Bauchtanz in Berlin. Das Buch, das ich von ihr las („Herrscherinnen unter dem Halbmond. Die verdrängte Macht der Frauen im Islam“), zeugte von einer engagierten und mutigen Autorin, die sich nicht scheute, einem Heer von Islamgelehrten die Stirn zu bieten. Ihr Hauptargument „Nicht der Islam ist frauenfreindlich sondern die Auslegungen der männlichen Gelehrten“ begegnet dem Leser so oder ähnlich in fast jedem ihrer zahlreichen Bücher. „Der politische Harem“ – ihr Hauptwerk – wurde in 30 Sprachen übersetzt.

Fatima Mernissi live zu erleben (2004 auf der Frankfurter Buchmesse, als die Arabische Welt dort zu Gast war) war ein Highlight, denn sie strahlte vor Lebensfreude und weiblichem Charme.

In ihrer Heimat engagierte sie sich vermehrt auch für verschiedene Fraueninitiativen, seien es Teppichweberinnen (Die Frau hinter dem Teppich), Bücherkarawanen, Schreibateliers. Sie vertrat die Meinung, dass Frauen selbständiger werden müssen u.a. durch mehr Bildung und ihre Stimme erheben sollten. Sie jedenfalls tat das ihr Leben lang. Viele ihrer Bücher wurden zunächst in Frankreich veröffentlich, in Marokko gab es sie dann nur unter dem Ladentisch. Letztlich hat sie ihre Position als streitbare Verfechterin der Rolle der Frau im Islam behauptet.

Für mehr Infos s. mernissi.net

Nofretetes Grab entdeckt – Sensationsfund oder Medienrummel?

Nofretete, Foto: E. Michael Smith
Nofretete, Foto: E. Michael Smith

Hat der englische Archäologe Nicholas Reeves im Tal der Könige bei Luxor tatsächlich das Grab von Nofretet entdeckt oder ist es eine bloße Vermutung?

Auf der Pressekonferenz am Donnerstag, den 1. Oktober, sagte er in Kairo, dass er sich zu 70% sicher sei, dass sich hinter dem Grab von Tutanchamun noch weitere Kammern verbergen. Diese könnten – nach seiner Theorie – die Grabkammern der Stiefmutter und Vorgängerin Tutachamuns (Nofretete) sein.
Nun müssen zunächst diverse Genehmigungen eingeholt werden, dann starte man mit Radarmessungen, so erklärte der ägyptische Antikenminister Mamdouh El Damati, der sich ansonsten eher bedeckt hielt. Mit ersten Erkenntnissen ist nicht vor November zu rechnen.