Die Nächte des Ramadan

Die Nächte des Ramadan

Auf jeden Tag im Monat Ramadan folgt nach Sonnenuntergang das Fastenbrechen. Medial begleitet oder einfach nur gut nachbarschaftlich beteiligen sich immer mehr Nichtmuslime an der gemeinschaftlichen Tradition ihrer islamisch geprägten Mitbürger. Weltweit ist der Ramadan ein willkommener Anlass für kulturelle Veranstaltungen. In Berlin finden Die Nächte des Ramadan bereits zum zehnten Mal statt.  Das Format „hat sich zu einem stadtweiten Ort des Austauschs und der Begegnung entwickelt, das durch Kunst und Kultur Brücken über regionale, kulturelle oder religiöse Grenzen hinaus schlägt.“

Auch wenn die Nächte des Ramadan in Berlin überwiegend bereits vor Sonnenuntergang beginnen, so ermöglichen sie doch Begegnungen zwischen Muslimen und Nichtmuslimen. Beiden Gruppen eröffnen sich Einblicke in die Vielfalt muslimisch geprägter Kulturen und der gemeinsame Austausch darüber. Das Kulturfest endet am 23. Juni mit Veranstaltungen auf dem Strassenfest 48 Stunden Neukölln sowie abschließend mit dem neuentwickelten Format Joined Female Forces.

Programm und Informationen: www.naechtedesramadan.de

 

Musik der Haratin in Mauretanien

Musik der Haratin in Mauretanien

Eine Feldforschung von Dr. Edda Brandes (Musikethnologin) und Petra Buda (Kamera)

Gruppe Tidjania, Kesseltrommel, Chinguetti, Foto: © Edda Brandes
Gruppe Tidjania, Kesseltrommel, Chinguetti, Foto: © Edda Brandes

Im April 2015 brachen wir für zwei Wochen zu einer Feldforschung nach Mauretanien auf. Angenehme Temperaturen empfingen uns in der Hauptstadt Nouakchott: warme Luft und eine Brise vom Meer. Unsere beiden mauretanischen Assistenten Sidi und Abdou hatten schon Vieles vorbereitet: Die ersten Aufnahmetermine standen fest, Musiker und Musikerinnen im fernen Chinguetti waren kontaktiert. Mehr lesen

Zum Tod von Fatima Mernissi

Zum Tod von Fatima Mernissi

Am 30. November 2015 verstarb die marokkanische Soziologieprofessorin und Schriftstellerin Fatima Mernissi im Alter von 75 Jahren in Rabat.

Mir begegnete die streitbare Feministin in den 1980er Jahren durch Recherchen für eine Studie zum Thema Bauchtanz in Berlin. Das Buch, das ich von ihr las („Herrscherinnen unter dem Halbmond. Die verdrängte Macht der Frauen im Islam“), zeugte von einer engagierten und mutigen Autorin, die sich nicht scheute, einem Heer von Islamgelehrten die Stirn zu bieten. Ihr Hauptargument „Nicht der Islam ist frauenfreindlich sondern die Auslegungen der männlichen Gelehrten“ begegnet dem Leser so oder ähnlich in fast jedem ihrer zahlreichen Bücher. „Der politische Harem“ – ihr Hauptwerk – wurde in 30 Sprachen übersetzt.

Fatima Mernissi live zu erleben (2004 auf der Frankfurter Buchmesse, als die Arabische Welt dort zu Gast war) war ein Highlight, denn sie strahlte vor Lebensfreude und weiblichem Charme.

In ihrer Heimat engagierte sie sich vermehrt auch für verschiedene Fraueninitiativen, seien es Teppichweberinnen (Die Frau hinter dem Teppich), Bücherkarawanen, Schreibateliers. Sie vertrat die Meinung, dass Frauen selbständiger werden müssen u.a. durch mehr Bildung und ihre Stimme erheben sollten. Sie jedenfalls tat das ihr Leben lang. Viele ihrer Bücher wurden zunächst in Frankreich veröffentlich, in Marokko gab es sie dann nur unter dem Ladentisch. Letztlich hat sie ihre Position als streitbare Verfechterin der Rolle der Frau im Islam behauptet.

Für mehr Infos s. mernissi.net

Freiheit und Sex im Islam

Freiheit und Sex im Islam

Der 1921 in Tunesien geborene islamische Freidenker Mohamed Talbi ist im Westen bislang relativ unbekannt. In seinen Werken setzt sich der Islamwissenschaftler kritisch mit vielen traditionellen und engstirnigen Interpretationen des Korans auseinander, die den Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts nur ungenügend entsprechen. Mehr lesen

Woher kommt der Ramadan (3) – Fasten im Hadith

Woher kommt der Ramadan (3) – Fasten im Hadith

Die nicht immer unumstrittenen Übersetzungen der Sammlungen gewähren zumindest einen Einblick in die Struktur der Überlieferungen. In sunnitischen Kreisen steht die Sammlung authentischer (arab. sahih) Hadithe von al-Bukhari (810 – 870) mit an erster Stelle. Seine thematisch geordnete Kompilation widmet sich im 30. Abschnitt (kitab) dem Fasten.   Mehr lesen

Woher kommt der Ramadan (2) – Fasten im Koran

Woher kommt der Ramadan (2) – Fasten im Koran

Unter der Aufsicht des Kalifen Uthman, des dritten Nachfolgers des Propheten, erfolgte im Jahr 651 die Redaktion einer erstmalig standardisierten Version des verschriftlichten Korans, von dem sofort Kopien für die Zentren des sich weiterhin rasant ausbreitenden Reiches angefertigt wurden. Die Vereinheitlichung war stets umstritten und ging mit der Vernichtung davon abweichender Versionen einher. Erst im 10. Jahrhundert kamen diakritische Zeichen zur Unterscheidung gleich aussehender Konsonanten und ihrer Vokalisation hinzu. Der Koran – wie er uns heute vorliegt – geht auf die Ausgabe der ägyptischen Al-Azhar Universität aus dem Jahr 1924 zurück. Mehr lesen

Fasten im Ramadan – tagsüber hungern und nachts sinnlose Völlerei?

Fasten im Ramadan – tagsüber hungern und nachts sinnlose Völlerei?

Der Ramadan steht wieder einmal bevor – in Deutschland beginnt er am 18. Juni – und nahezu 2 Milliarden Menschen auf der ganzen Welt fasten dann 30 Tage lang. D.h. sie enthalten sich tagsüber jeglichen Essens oder Trinkens. Auch sexuelle Aktivitäten und andere Genüsse wie Rauchen sind in dieser Zeit untersagt. Manche Muslime legen das Fastengebot derartig streng aus, dass sie tagsüber nicht einmal mehr reden. Mehr lesen

Woher kommt der Ramadan?

Woher kommt der Ramadan?

Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders, in dem das koranisch vorgeschriebene Fasten stattfindet. Die Fastenzeit beginnt für die weltweit bald zwei Milliarden Muslime mit der Sichtung der neuen Mondsichel und endet nach deren Wiederkehr. Woher stammt der Begriff und worauf geht das Fasten zurück? Wie wird das Fasten umgesetzt und gibt es Veränderungen in der über 1400-jährigen Geschichte dieser islamischen Praxis? Mehr lesen

Deutschlandfunk erklärt den Koran

Deutschlandfunk erklärt den Koran

Koran erklärt

ist der Titel einer neuen Sendereihe im Deutschlandfunk. Jeden Freitag wird um 9:55 Uhr ein Koranvers auf deutsch vorgetragen und islamwissenschaftlich erläutert. Erklärtes Ziel ist es, den geschichtlichen Hintergrund und die Zeit hervorzuheben, in den die Entstehung des Koran gebettet ist. „Die Wenigsten haben je eine Zeile im Koran gelesen“, sagt der Intendant des Deutschlandradios. Es gehe um eine differenzierte Betrachtung sowie um eine sachgemäße Auseinandersetzung mit dem Koran. Den Koran könne man nur verstehen, indem man ihn in seinen historisch-exegetischen Zusammenhang stelle. Mehr lesen